KAPITEL 18
Die Nachwirkungen
Die Sonne ging auf über München.
Erik stand auf dem Dach der Zentrale, beobachtete die Stadt, die zum Leben erwachte. Autos füllten die Straßen, Menschen eilten zur Arbeit, alles schien normal.
Sie wussten nicht, wie nahe sie der Vernichtung gekommen waren. Wie eine Frau ihr Leben gegeben hatte, damit sie leben konnten.
„Du solltest schlafen.“
Yuki war hinter ihn getreten, zwei Tassen Kaffee in der Hand. Sie reichte ihm eine.
„Ich kann nicht schlafen“, sagte Erik. „Jedes Mal, wenn ich die Augen schließe, sehe ich sie. Helena. Wie sie fiel.“
„Wir alle sehen sie.“ Yuki trank von ihrem Kaffee, ihre Hände zitterten leicht. „Marcus hat die ganze Nacht nicht gesprochen. Thomas ist in der Kapelle, betet seit Stunden. Und ich…“ Sie brach ab. „Ich weiß nicht, wie wir weitermachen sollen.“
„Wir machen weiter, weil sie es von uns erwarten würde.“ Erik wandte sich vom Rand ab. „Katalin lebt noch. Der Rat lebt noch. Der Krieg ist nicht vorbei.“
„Aber wir haben den Schlüssel.“ Yuki deutete auf Eriks Hals, wo das Artefakt hing, dunkler irgendwie, gezeichnet von dem, was geschehen war. „Katalin kann das Ritual nicht ohne ihn durchführen.“
„Kann sie nicht? Sie hat gesagt, der Schlüssel macht das Unmögliche möglich. Aber sie war bereit, es ohne ihn zu versuchen, nur schwieriger.“ Erik schüttelte den Kopf. „Nein, sie wird einen anderen Weg finden. Sie ist tausend Jahre alt. Sie hat Zeit. Geduld.“
„Dann was tun wir?“
„Wir bereiten uns vor. Wir heilen. Wir werden stärker.“ Erik sah zu ihr. „Und wir trauern. Richtig. Helena verdient das.“
Die Bestattung fand drei Tage später statt.
Nicht in einer Kirche – Helena war nie religiös gewesen. Stattdessen in einem kleinen Hain am Stadtrand, unter alten Eichen, wo die Nachtwache ihre Gefallenen begrub.
Es war eine kleine Zeremonie. Nur das Team: Marcus, Thomas, Yuki, Erik. Die drei Mütter waren gekommen – Anna, Frau Hartmann, Frau Özkan. Und Frau Wagner mit ihrem Mann, der gerade aus dem Koma erwacht war.
Und überraschend: ein Fremder.
Ein älterer Mann, Ende Sechzig, mit weißem Haar und traurigen Augen. Er stand abseits, beobachtete.
„Wer ist das?“ flüsterte Erik Marcus zu.
„Keine Ahnung.“ Marcus‘ Hand wanderte zu seiner Waffe. „Aber er strahlt keine Bedrohung aus.“
Thomas hielt die Trauerrede. Einfach, ehrlich, ohne religiöse Floskeln.
„Helena Konstantin widmete ihr Leben dem Schutz der Unschuldigen. Sie kämpfte gegen die Dunkelheit, selbst als die Dunkelheit Teil von ihr wurde. Und am Ende gab sie alles, damit andere leben konnten.“ Thomas‘ Stimme brach leicht. „Sie war eine Kriegerin. Eine Anführerin. Eine Freundin. Und sie wird nie vergessen werden.“
Sie senkten den Sarg – schlicht, aus hellem Holz. Erik hatte darauf bestanden, dass Helenas Körper geborgen wurde, aus den Trümmern unter dem Gasteig. Sie verdiente eine anständige Beerdigung.
Jeder warf eine Handvoll Erde. Erik ging als letzter.
Er stand am Rand des Grabes, der Seelenschlüssel schwer um seinen Hals.
„Ich weiß nicht, ob du mich hören kannst“, sagte er leise. „Aber falls doch… danke. Für alles. Für den Glauben an mich, als ich es selbst nicht tat. Für die Führung, als ich verloren war. Und für das Opfer, das du gebracht hast.“
Er warf seine Handvoll Erde, sah zu, wie sie auf den Sarg fiel.
„Ich verspreche dir, dein Werk fortzuführen. Die Nachtwache wird weitermachen. Ich werde weitermachen.“
Er trat zurück.
Die Zeremonie endete. Die Mütter umarmten einander, weinten still. Thomas und Marcus füllten das Grab, Schaufel für Schaufel.
Der fremde Mann trat zu Erik.
„Sie war bemerkenswert“, sagte er. Seine Stimme war tief, kultiviert, mit einem leichten Akzent. Deutsch, aber nicht bayerisch.
„Kannten Sie sie?“ fragte Erik vorsichtig.
„In gewisser Weise. Ich bin Johann Steiner. Ich… arbeitete mit Helena vor vielen Jahren. Bevor sie die Nachtwache gründete.“
„Steiner.“ Erik runzelte die Stirn. „Das war der Name, den Katalin benutzte. Die Kunsthändlerin.“
„Meine Schwester.“ Johann‘ Gesicht verdüsterte sich. „Oder die Frau, die einst meine Schwester war, vor tausend Jahren. Bevor sie wurde, was sie jetzt ist.“
Erik‘ Hand bewegte sich zum Seelenschlüssel. „Sie sind Katalins Bruder?“
„Ich war es. Aber ich lehnte die Verwandlung ab, die sie annahm. Wählte, menschlich zu bleiben, menschlich zu sterben.“ Johann lächelte traurig. „Obwohl ’sterben‘ vielleicht das falsche Wort ist. Ich habe… Wege gefunden, mein Leben zu verlängern. Nicht ewig, aber länger als normal.“
„Warum sind Sie hier?“
„Um zu trauern. Und um zu warnen.“ Johann sah zu dem frisch gefüllten Grab. „Helena war eine der Wenigen, die Katalin jemals herausforderte. Die ihr zeigte, dass selbst die Dunkelheit Grenzen hat. Ihr Tod wird Katalin nicht aufhalten. Im Gegenteil – er wird sie wütender machen. Entschlossener.“
„Das ist nicht gerade tröstlich.“
„Es soll nicht trösten. Es soll vorbereiten.“ Johann holte etwas aus seiner Tasche, eine kleine Schatulle. „Helena bat mich vor Jahren, dies zu verwahren. Für den Fall, dass sie jemals fiel. Sie sagte, ich solle es ihrem Nachfolger geben.“
„Ihrem Nachfolger?“ Erik nahm die Schatulle. Sie war schwer, aus dunklem Holz, mit eingelegtem Silber.
„Der Person, die die Nachtwache führen würde nach ihr.“ Johann‘ Augen trafen Eriks. „Ich nehme an, das bist du.“
„Ich bin kein Anführer. Ich bin nur—“
„Der Träger des Seelenschlüssels. Der Mann, der drei Babys rettete, einen Altar zerstörte, Helena aus Katalins Fängen befreite.“ Johann lächelte. „Du unterschätzt dich, junger Mann.“
Erik öffnete die Schatulle. Darin: ein Brief, versiegelt mit Wachs. Und ein Ring – silber, mit einem eingravierten Symbol. Das gleiche Symbol wie auf der Visitenkarte der Nachtwache. Das Auge mit dem Schwert.
„Der Anführerring“, erklärte Johann. „Getragen von jedem Leiter der Nachtwache seit ihrer Gründung im 13. Jahrhundert. Helena trug ihn zwanzig Jahre lang. Jetzt ist er deiner.“
„Ich kann das nicht—“
„Du musst.“ Johann‘ Stimme wurde fester. „Die Nachtwache braucht Führung. Die Stadt braucht Schutz. Und Katalin wird nicht warten, bis du bereit bist.“
Erik sah auf den Ring, auf den Brief. Seine Hände zitterten.
„Lies den Brief“, sagte Johann sanft. „Wenn du danach immer noch zweifelst, können wir reden. Aber jetzt… jetzt muss ich gehen.“
„Wohin?“
„Irgendwo sicher. Katalin weiß, dass ich hier war. Sie wird Fragen stellen.“ Johann wandte sich zum Gehen, hielt dann inne. „Oh, und Erik? Ein letzter Rat.“
„Ja?“
„Vertraue dem Schlüssel nicht zu sehr. Er ist mächtig, ja. Aber er ist auch hungrig. Vergiss nie: Er nimmt, während er gibt.“
Dann war er weg, verschwand zwischen den Bäumen.
Erik blieb zurück, die Schatulle in der Hand.
„Was war das?“ Marcus war zu ihm getreten, hatte das Gespräch beobachtet.
„Katalins Bruder. Anscheinend.“
„Und wir haben ihn einfach gehen lassen?“
„Er ist keine Bedrohung. Zumindest nicht jetzt.“ Erik öffnete den Brief, begann zu lesen.
Helenas Handschrift. Vertraut jetzt, nach zwei Wochen, wo er ihre Berichte, ihre Notizen gesehen hatte.
Erik,
Wenn du das liest, bin ich tot. Keine Trauer – ich habe den Tod akzeptiert, lange bevor du mich kanntest. In unserer Welt ist er nicht das Ende, sondern eine unvermeidliche Konsequenz.
Aber mein Tod bedeutet, dass du jetzt führen musst. Die Nachtwache braucht einen Anführer. Das Team braucht Richtung. Und München braucht Schutz.
Ich weiß, du fühlst dich nicht bereit. Niemand fühlt sich jemals bereit. Ich fühlte mich nicht bereit, als ich vor zwanzig Jahren den Ring übernahm. Aber Bereitschaft kommt nicht durch Warten. Sie kommt durch Handeln.
Du hast bereits gezeigt, was du kannst. Du rettetest Babys, kämpftest gegen Vampire, trugst den Seelenschlüssel mit mehr Würde als die meisten vor dir. Du bist kein gewöhnlicher Mensch, Erik. Du bist etwas Besonderes.
Also bitte ich dich: Nimm den Ring. Führe die Nachtwache. Beende, was ich begonnen habe. Stoppe Katalin, rette München, schütze die Unschuldigen.
Und wenn es zu schwer wird, wenn du zweifelst – erinnere dich an die, die du bereits gerettet hast. An Lukas, Sophie, Ayşe. An ihre Familien. Sie leben wegen dir.
Das ist, wofür wir kämpfen. Nicht für Ruhm, nicht für Macht. Sondern für die einfache Möglichkeit, dass Menschen normal leben können. Ahnungslos von der Dunkelheit.
Lass sie weiter ahnungslos sein.
In Hoffnung und Glauben,
Helena
Erik faltete den Brief zusammen, Tränen verschwammen seine Sicht.
„Was steht drin?“ fragte Marcus.
„Eine Aufgabe.“ Erik nahm den Ring aus der Schatulle, betrachtete ihn im Morgenlicht. „Sie will, dass ich die Nachtwache führe.“
„Wirst du?“
Erik schwieg lange. Dann, langsam, steckte er den Ring an seinen Finger.
Er passte perfekt.
„Ja“, sagte er. „Ich werde.“
Marcus nickte, ein seltenes Lächeln auf seinem Gesicht. „Gut. Weil ich keine Ahnung habe, wie man einen Laden führt.“
„Ich auch nicht.“
„Dann lernen wir zusammen.“ Marcus klopfte ihm auf die Schulter. „Komm. Die anderen warten. Wir haben viel zu besprechen.“
Zurück in der Zentrale versammelten sie sich im Konferenzraum.
Das Team war kleiner jetzt, ohne Helena. Der leere Stuhl am Kopfende des Tisches schmerzte.
Aber sie waren noch da. Marcus, Thomas, Yuki. Und jetzt Erik, der zögernd am Kopfende saß, wo Helena immer gesessen hatte.
„Erst mal“, begann Erik, „wir trauern. Richtig. Helena verdient unseren Respekt, unsere Erinnerung. Aber dann…“ Er atmete tief durch. „Dann arbeiten wir weiter. Weil das ist, was sie wollen würde.“
„Einverstanden“, sagte Thomas. „Aber wir müssen realistisch sein. Wir sind zu viert. Gegen einen ganzen Rat von Vampiren.“
„Dann rekrutieren wir.“ Erik sah zu Yuki. „Du hast Kontakte, oder? Andere Jäger, andere Organisationen?“
„Einige. Aber die meisten sind… misstrauisch gegenüber der Nachtwache. Helena hatte Feinde in der Jäger-Community.“ Yuki zögerte. „Sie war zu progressiv für manche. Arbeitete mit ‚guten‘ Vampiren, verhandelte statt zu töten.“
„Dann überzeugen wir sie, dass ihr Weg der richtige war.“ Erik stand auf, ging zur Karte. „Katalin lebt noch. Dimitri auch. Valentina. Und wie viele andere im Rat?“
„Mindestens ein Dutzend“, sagte Thomas. „Vielleicht mehr. Schwer zu sagen.“
„Und die Babys? Haben wir sie alle gerettet?“
„Ja.“ Marcus nickte. „Alle drei sind bei ihren Familien. Geheilt, dank dem Ritual vor Wochen. Sie werden normale Leben führen.“
„Gut. Das ist ein Sieg.“ Erik markierte etwas auf der Karte. „Aber Katalin wird neue Opfer suchen. Neue Pläne machen.“
„Sie wird vorsichtiger sein jetzt“, sagte Yuki. „Nachdem, was Helena tat – das Ritual umkehren, die Dunkelheit bannen. Katalin wird Zeit brauchen, um sich zu erholen.“
„Wie viel Zeit?“
„Wochen. Vielleicht Monate.“ Yuki tippte auf ihrem Laptop. „Solche Rituale verbrauchen Energie. Selbst für jemanden so mächtigen wie Katalin.“
„Dann nutzen wir diese Zeit.“ Erik wandte sich zum Team. „Wir trainieren. Rekrutieren. Bereiten uns vor. Und wir suchen nach Katalins Schwächen.“
„Hat sie welche?“ fragte Marcus skeptisch. „Sie ist tausend Jahre alt. Was könnte sie möglicherweise verwundbar machen?“
„Jeder hat Schwächen.“ Erik dachte an Katalins Gesicht, als Helena sich ihr widersetzte. Die Überraschung, die Angst, nur für einen Moment. „Sogar die Älteste.“
„Dann finden wir sie“, sagte Thomas. „Zusammen.“
Sie verbrachten die nächsten Stunden mit Planung. Rekrutierung, Training, Überwachung. Es gab so viel zu tun, so viel zu organisieren.
Aber zum ersten Mal seit Tagen fühlte Erik etwas wie Hoffnung.
Sie hatten verloren. Schwer. Helena war tot, und nichts würde sie zurückbringen.
Aber sie waren nicht besiegt.
Spät in der Nacht, als die anderen geschlafen hatten, ging Erik zurück zum Trainingsraum.
Er nahm den Seelenschlüssel, legte ihn auf einen Tisch, betrachtete ihn.
„Du hast sie getötet“, sagte er leise. „Helena. Du hast sie verbraucht.“
Der Schlüssel antwortete nicht. Natürlich nicht.
Aber Erik schwor, er konnte ein Flüstern hören. Tief, so tief, dass er nicht sicher war, ob es real war oder nur in seinem Kopf.
Sie gab sich freiwillig. Wie alle vor ihr. Wie du eines Tages geben wirst.
„Nein.“ Erik griff nach dem Schlüssel, fühlte seine Kälte. „Ich werde nicht wie sie enden. Ich werde einen Weg finden, dich zu kontrollieren.“
Viele haben das geglaubt. Alle scheiterten.
„Dann werde ich der Erste sein, der Erfolg hat.“
Erik steckte den Schlüssel zurück um seinen Hals, fühlte sein Gewicht.
Er ging zum Fenster, blickte auf München hinaus. Die Stadt schlief, friedlich, ahnungslos.
Irgendwo da draußen, in den Schatten, plante Katalin. Warte. Sammelte Kraft für einen weiteren Versuch.
Aber Erik würde bereit sein.
Er war jetzt der Anführer der Nachtwache. Der Träger des Seelenschlüssels. Der Beschützer von München.
Und er würde nicht versagen.
Für Helena. Für die Stadt. Für alle, die noch kämpfen mussten.
Der Krieg war noch nicht vorbei.
Aber Erik war bereit für die nächste Schlacht.
Weit unter der Stadt, in den tiefsten Katakomben, saß Katalin auf einem Thron aus Knochen.
Dimitri kniete vor ihr, den Kopf gesenkt.
„Mutter“, sagte er. „Das Ritual scheiterte. Helena—“
„Ist tot. Ich weiß.“ Katalins Stimme war kalt, emotionslos. „Meine eigene Tochter, geopfert für ihre falschen Ideale.“
„Traust du ihr?“
„Traure ich einer Rebellin? Einem Verräter?“ Katalin stand auf. „Nein. Aber ich respektiere ihr Opfer. Sie starb für das, woran sie glaubte. Es gibt schlimmere Arten zu sterben.“
„Was tun wir jetzt?“
„Wir warten. Heilen. Planen.“ Katalin ging zu einem Fenster – nicht wirklich ein Fenster, sondern ein magischer Spiegel, der die Stadt darüber zeigte. „Der junge Träger denkt, er hat gewonnen. Dass Helenas Tod ihm Zeit gekauft hat.“
„Hat er das nicht?“
„Zeit, ja. Aber nicht so viel, wie er denkt.“ Katalin lächelte, kalt, grausam. „Ich habe tausend Jahre gelebt. Ich kann warten. Und wenn ich zuschlagen…“ Sie berührte den Spiegel, genau wo Erik‘ Bild war. „Wird er nicht bereit sein.“
„Wann?“
„Zur Sommersonnenwende. Wie ursprünglich geplant.“ Katalin wandte sich ab. „Sechs Monate. Genug Zeit für ihn, sich sicher zu fühlen. Genug Zeit für ihn, Fehler zu machen.“
„Und der Seelenschlüssel?“
„Ist bei ihm. Aber das ist kein Problem.“ Katalin‘ Augen leuchteten. „Der Schlüssel und sein Träger sind verbunden. Je mehr er ihn benutzt, desto stärker wird die Verbindung. Und eines Tages…“ Sie lachte leise. „Wird er nicht mehr wissen, wo er endet und der Schlüssel beginnt.“
„Dann wird er unser sein.“
„Genau.“ Katalin kehrte zu ihrem Thron zurück. „Geduld, mein Sohn. Geduld ist unsere größte Waffe.“
Sie setzte sich, schloss die Augen.
Und oben, ahnungslos, schlief München weiter.
Nicht wissend, dass die Dunkelheit nur wartete.
Beobachtete.
Plante.
EPILOG
Die Versammlung
Sechs Monate später.
Juni kam nach München mit ungewöhnlicher Hitze.
Die Stadt brannte unter einer gnadenlosen Sonne, Touristen drängten sich in den Biergärten, Kinder spielten in den Brunnen, und das Leben ging weiter, wie es immer weiterging.
Ahnungslos.
Erik stand am Fenster seines neuen Büros – Helenas altes Büro – und beobachtete die Stadt, die er beschützen geschworen hatte.
Sechs Monate.
Sechs Monate seit Helenas Tod. Seit er den Ring der Nachtwache übernommen hatte. Seit er zum Anführer geworden war, ob er es wollte oder nicht.
Die Monate waren nicht einfach gewesen.
Die Rekrutierung ging langsam. Viele Jäger misstrauten der Nachtwache, misstrauten Erik – zu jung, zu unerfahren, hieß es. Aber einige kamen. Drei neue Mitglieder: Sarah, eine ehemalige Polizistin aus Hamburg. James, ein britischer Okkultist. Und Kenji, ein japanischer Mönch, spezialisiert auf östliche Vampire.
Das Training war brutal. Marcus ließ nicht nach, drillte Erik jeden Tag, bis er kaum stehen konnte. Aber Erik wurde stärker. Schneller. Besser.
Und der Seelenschlüssel…
Erik berührte das Artefakt um seinen Hals. Es fühlte sich wärmer an jetzt. Fast lebendig. Er hatte es oft benutzen müssen in den letzten Monaten – kleine Einsätze, vereinzelte Vampire, nichts im Vergleich zu Katalin, aber genug, um ihn zu erschöpfen.
Und jedes Mal, wenn er es benutzte, fühlte er die Verbindung stärker werden. Die Flüstern in seinem Kopf. Die Seelen der vorherigen Träger, die riefen, lockten, warnten.
Du wirst wie wir, flüsterten sie. Verzehrt. Verloren.
„Noch nicht“, murmelte Erik. „Nicht heute.“
Ein Klopfen an der Tür.
„Herein.“
Marcus trat ein, einen Ordner in der Hand. Sein Gesicht war ernst. „Wir haben Bewegung.“
„Wo?“
„Überall.“ Marcus legte den Ordner auf den Schreibtisch, öffnete ihn. Darin: Überwachungsfotos, Berichte, Karten. „Yuki hat es aufgefangen. Vampire, die nach München strömen. Nicht nur aus Deutschland. Aus ganz Europa. Frankreich, Italien, Polen, Russland.“
„Sie versammeln sich.“
„Ja. Und es gibt nur einen Grund, warum sie das tun würden.“ Marcus deutete auf das Datum auf einem der Berichte. „21. Juni. Sommersonnenwende. In drei Tagen.“
Erik fühlte einen kalten Schauer seinen Rücken hinunterlaufen. „Sie werden es versuchen. Wieder.“
„Sieht so aus. Aber diesmal kommen sie mit einer Armee.“
„Haben wir Zahlen?“
„Schwer zu sagen. Yuki schätzt mindestens fünfzig Vampire. Vielleicht mehr.“ Marcus schloss den Ordner. „Wir sind zu zehnt. Selbst mit Training, mit Ausrüstung – das sind schlechte Chancen.“
„Dann machen wir sie besser.“ Erik ging zur Tür. „Versammle das Team. Alle. Wir haben eine Strategie zu planen.“
Im Konferenzraum wartete bereits das Team.
Marcus, Thomas, Yuki – die Originale. Sarah, James, Kenji – die Neuen. Und überraschend: Anna Berger.
„Anna?“ Erik war überrascht. „Was machst du hier?“
„Ich habe gehört, was passiert.“ Anna stand auf, resolut. „Katalin plant etwas Großes. Etwas, das meine Familie, mein Kind gefährdet. Ich kann nicht einfach zu Hause sitzen und nichts tun.“
„Das ist zu gefährlich—“
„War es das nicht immer?“ Anna unterbrach. „Dr. Konstantin gab ihr Leben, um uns zu retten. Das Mindeste, was ich tun kann, ist zu helfen.“
„Sie ist nicht allein“, sagte eine andere Stimme.
Frau Hartmann trat ein, gefolgt von Frau Özkan und Frau Wagner mit ihrem Mann.
„Die Mütter-Brigade“, murmelte Marcus, aber er lächelte. „In Ordnung. Willkommen im Team.“
Sie setzten sich. Erik am Kopfende, wo Helena gesessen hatte.
„Status“, sagte er, seine Stimme fester als er sich fühlte. „Yuki?“
„Katalin bereitet das Ritual vor. Zur Sommersonnenwende, wie ursprünglich geplant.“ Yuki projizierte Karten auf den Monitor. „Der Hauptort ist die Frauenkirche. Aber sie hat auch die sechs umliegenden Ley-Linien-Punkte aktiviert. Viktualienmarkt, Englischer Garten, Isar-Brücke, Nymphenburg, Olympiapark, und…“ Sie zögerte. „Hier. Direkt über uns.“
„Über der Zentrale?“ Erik stand auf. „Das ist kein Zufall.“
„Nein. Sie weiß, wo wir sind. Sie hat immer gewusst.“ Yuki zeigte weitere Daten. „Ich habe versucht, uns zu verschleiern, aber Katalin ist zu gut. Sie hat Spione überall.“
„Dann müssen wir davon ausgehen, dass sie jeden unserer Schritte kennt.“ Erik ging zur Karte. „Was braucht sie für das Ritual?“
„Sieben Opfer, an den sieben Punkten. Gleichzeitig geopfert, zur Mitternacht.“ Thomas hatte alte Texte vor sich. „Und etwas, das die Macht verstärkt. Ursprünglich wollte sie den Seelenschlüssel. Aber ohne ihn…“
„Was ohne ihn?“ drängte Erik.
„Braucht sie mehr Opfer. Nicht sieben. Siebzig.“
Stille im Raum.
„Siebzig Menschen“, flüsterte Anna entsetzt. „Wo würde sie so viele finden?“
„Einfach.“ Marcus‘ Stimme war dunkel. „Das Sommerfest. Am Odeonsplatz. Morgen Nacht. Tausende von Menschen, dicht gedrängt, feiern. Perfektes Jagdgebiet.“
„Wir müssen es absagen“, sagte Sarah sofort.
„Können wir nicht.“ Yuki schüttelte den Kopf. „Ich habe es versucht. Anonyme Bombendrohungen, gefälschte Wetterwarnungen, alles. Aber die Stadt ignoriert es. Zu viel Geld investiert, zu viel Tourismus.“
„Dann schützen wir es“, sagte Erik. „Wir gehen hin. Wir bewachen das Fest. Und wenn Katalin zuschlägt, sind wir bereit.“
„Das ist Wahnsinn“, sagte James. „Wir können nicht tausende Menschen gegen fünfzig Vampire verteidigen.“
„Dann was? Wir lassen sie sterben?“ Erik sah jeden von ihnen an. „Nein. Das ist nicht, wofür die Nachtwache steht. Wir beschützen. Koste es, was es wolle.“
„Auch wenn es uns kostet?“ fragte Kenji leise.
„Ja.“ Erik‘ Stimme war fest. „Auch dann.“
Thomas stand auf. „Dann beten wir. Und bereiten uns vor. Denn morgen Nacht wird eine Schlacht sein, wie München sie noch nie gesehen hat.“
Die nächsten vierundzwanzig Stunden vergingen in fieberhaften Vorbereitungen.
Waffen wurden verteilt. Silberkugeln, gesegnete Messer, UV-Granaten – alles, was die Nachtwache über Jahrzehnte gesammelt hatte.
Bannkreise wurden gezogen, an strategischen Punkten um den Odeonsplatz. Versteckt, unsichtbar für das normale Auge, aber mächtig genug, um Vampire zu verlangsamen.
Und Erik übte mit dem Seelenschlüssel.
Nicht allein diesmal. Thomas half ihm, zeigte ihm alte Techniken, vergessene Rituale.
„Der Schlüssel ist mehr als eine Waffe“, erklärte Thomas. „Er ist ein Kanal. Zwischen den Welten. Zwischen Leben und Tod. Wenn du ihn richtig benutzt, kannst du nicht nur Vampire abwehren, sondern die Dunkelheit selbst bannen.“
„Wie Helena es tat.“
„Ja. Aber Helena gab ihr Leben dafür.“ Thomas‘ Augen waren ernst. „Du musst einen Weg finden, es zu tun, ohne dich zu opfern.“
„Und wenn es keinen gibt?“
„Dann…“ Thomas zögerte. „Dann machst du, was getan werden muss. Aber nur als letzter Ausweg.“
Erik nickte, fühlte das Gewicht der Verantwortung.
Sommersonnenwende.
Der längste Tag des Jahres.
Die Sonne schien gnadenlos, aber als der Abend kam, kühlte die Stadt ab. Tausende strömten zum Odeonsplatz, bereit zu feiern.
Musik dröhnte. Bier floss. Lachen erfüllte die Luft.
Und in den Schatten, unsichtbar für die feiernden Menschen, positionierte sich die Nachtwache.
Erik stand auf einem Dach über dem Platz, Fernglas in der Hand. Er scannte die Menge, suchte nach Anomalien.
„Irgendwas?“ Marcus‘ Stimme in seinem Ohr, über Funk.
„Noch nicht. Aber sie werden kommen.“ Erik sah auf die Uhr. 23:47. „Dreizehn Minuten bis Mitternacht.“
„Alle Positionen besetzt“, berichtete Yuki. „Sarah am Südeingang, James am Norden. Kenji bewacht die Frauenkirche. Thomas ist bei den Müttern, in Reserve.“
„Gut. Bleibt wachsam.“
Die Minuten tickten vorbei. 23:50. 23:55.
Dann, um 23:58, sah Erik sie.
Gestalten, die sich durch die Menge bewegten. Zu flüssig, zu schnell. Vampire.
„Kontakt“, sagte er ruhig. „Sie sind hier.“
„Wie viele?“ Marcus‘ Stimme war angespannt.
„Ich zähle… zehn, fünfzehn, zwanzig.“ Erik‘ Herz beschleunigte sich. „Nein, warte. Mehr kommen. Aus allen Richtungen.“
„Scheiße. Sie umzingeln uns.“
„Alle Teams, bereit machen!“ Erik sprang vom Dach, landete auf dem Platz, rollte ab.
Menschen starrten ihn an, lachten, dachten, es wäre Teil der Unterhaltung.
Dann begannen die Schreie.
Vampire griffen an. Offen, brutal, keine Verstellung mehr.
Sie rissen Menschen nieder, bissen, tranken.
Panik brach aus. Die Menge stampfte, versuchte zu fliehen, aber es gab zu viele, zu eng.
„Jetzt!“ schrie Erik.
Die Nachtwache stürmte hervor.
Marcus feuerte, seine Pistole ein Staccato aus Silber. Vampire fielen, heulten.
Sarah und James warfen UV-Granaten. Licht explodierte, Vampire brannten, zischten.
Kenji schwang sein Katana, gebenedeit von hundert Mönchen. Köpfe rollten.
Und Erik hob den Seelenschlüssel.
Das Licht explodierte aus ihm heraus, eine Welle aus goldener Energie, die Vampire zurückschleuderte, Menschen schützte.
Aber es waren zu viele.
Für jeden Vampir, den sie fällten, kamen zwei weitere. Die Menge wurde dezimiert.
„Wir verlieren!“ schrie Sarah. „Es sind zu viele!“
„Haltet durch!“ Erik kämpfte sich zur Mitte des Platzes vor. „Nur noch—“
Eine Stimme, verstärkt, magisch, überlagerte alle andere Geräusche:
„Mitternacht.“
Die Glocken der Frauenkirche begannen zu läuten.
Und aus dem Boden, aus jedem der sieben Ley-Linien-Punkte, stieg Dunkelheit auf.
Nicht Rauch. Nicht Schatten. Manifestierte Dunkelheit, fest, greifbar, lebendig.
Sie streckte sich aus, griff nach Menschen, zog sie hinein.
Schreie. Überall Schreie.
Erik sah zu, entsetzt, wie dutzende Menschen in die Dunkelheit gezogen wurden.
„Nein!“ Er hob den Schlüssel höher, rief mehr Licht.
Aber es war nicht genug.
Die Dunkelheit verschlang das Licht, wurde stärker.
„Erik!“ Thomas‘ Stimme, über Funk. „Du musst das Ritual durchführen! Das, was ich dir zeigte!“
„Aber das wird mich töten!“
„Wenn du es nicht tust, werden sie alle sterben!“
Erik sah sich um. Die Nachtwache kämpfte, aber sie wurden überwältigt. Marcus war am Boden, blutend. Sarah und James waren umzingelt. Kenji kämpfte mit drei Vampiren gleichzeitig.
Und die Menschen – tausende unschuldige Menschen – wurden in die Dunkelheit gezogen.
Erik traf eine Entscheidung.
„Thomas, sag den anderen, sie sollen sich zurückziehen. So weit wie möglich.“
„Was wirst du tun?“
„Was Helena tat.“ Erik atmete tief durch. „Was getan werden muss.“
Er ging zur Mitte des Platzes, wo die Dunkelheit am stärksten war.
Hob den Seelenschlüssel mit beiden Händen.
Und begann zu chanten. Die Worte, die Thomas ihm gelehrt hatte. Alte Worte, in einer Sprache, die vor Latein, vor Griechisch, vor allem kam.
Die Sprache der ersten Jäger.
Der Schlüssel begann zu glühen. Heller, als er je geglüht hatte.
Und Erik fühlte, wie seine Seele hineingezogen wurde.
Nein, flüsterten die Stimmen der vorherigen Träger. Nicht so. Du wirst wie wir. Gefangen. Ewig.
„Dann werde ich gefangen sein“, sagte Erik laut. „Aber ich werde nicht zusehen, wie unschuldige Menschen sterben.“
Er drückte den Schlüssel gegen seine Brust.
Das Licht explodierte.
Nicht nach außen diesmal. Nach innen.
In Erik hinein.
Er schrie, Schmerz wie nie zuvor. Als würde jede Zelle seines Körpers brennen.
Aber er hielt fest.
Das Licht strömte aus ihm heraus, aus dem Schlüssel, vermischten sich, wurden eins.
Und kollidierten mit der Dunkelheit.
Der Aufprall war kataklysmisch.
Eine Schockwelle fegte über den Platz, schleuderte Vampire zurück, befreite Menschen aus der Dunkelheit.
Die Dunkelheit begann zu zerbrechen, zu zersplittern.
Und Erik fühlte, wie er verschwand.
Stück für Stück, zog der Schlüssel ihn hinein.
Das ist das Ende, dachte er. Wie Helena. Ich werde sterben.
Aber dann – eine Hand.
Greifend nach ihm, durch das Licht.
Eine vertraute Hand.
„Noch nicht, Erik.“
Helena.
Sie stand dort, im Licht, durchscheinend, ein Geist, eine Erinnerung.
Aber real genug, um ihn zu halten.
„Du bist nicht bereit zu sterben“, sagte sie sanft. „Du hast noch so viel zu tun.“
„Aber das Ritual—“
„Muss nicht dein Leben kosten. Nur deinen Willen. Deine Entschlossenheit.“ Helena lächelte. „Kämpfe, Erik. Wie du immer gekämpft hast. Nicht gegen den Schlüssel. Mit ihm.“
„Ich verstehe nicht—“
„Du wirst.“ Sie ließ los, trat zurück ins Licht. „Lebe. Führe. Beschütze. Für mich. Für alle.“
Dann war sie weg.
Und Erik verstand.
Der Schlüssel war kein Feind. Kein Werkzeug, das nahm.
Er war ein Partner. Der gab und nahm in gleichem Maße.
Und wenn Erik bereit war zu geben – nicht sein Leben, sondern seinen Willen, seine Kraft, seine Entschlossenheit – dann würde der Schlüssel geben zurück.
Erik öffnete sich dem Schlüssel. Vollständig. Bedingungslos.
Und das Licht explodierte erneut.
Aber diesmal nicht schmerzhaft.
Diesmal harmonisch.
Die Dunkelheit zerriss komplett, zerfiel zu nichts.
Die Vampire schrien, flohen, verbrannten im Licht.
Und die Menschen – die überlebenden Menschen – fielen zu Boden, frei, atmend, lebendig.
Das Licht verblasste.
Erik fiel zu Boden, erschöpft, aber lebend.
Der Schlüssel um seinen Hals glühte schwach, beruhigend.
„Du hast es geschafft“, flüsterte eine Stimme in seinem Kopf. Nicht bedrohlich. Nicht hungrig.
Dankbar.
„Wir haben es geschafft“, korrigierte Erik leise. „Zusammen.“
Die Nachwirkungen waren chaotisch.
Hunderte Verwundete. Dutzende Tote – trotz allem, was die Nachtwache getan hatte.
Aber Tausende überlebten.
Die offizielle Geschichte war ein Terroranschlag. Eine radikale Gruppe, mit Drogen, die Halluzinationen verursachten.
Niemand sprach von Vampiren. Die Welt war nicht bereit für diese Wahrheit.
Aber Erik wusste.
Und die Nachtwache wusste.
Katalin war geflohen, in dem Chaos. Dimitri auch. Der Rat war zerschlagen, aber nicht zerstört.
Sie würden zurückkommen. Eines Tages.
Aber bis dahin würde Erik bereit sein.
Eine Woche später stand Erik wieder am Grab.
Helenas Grab, unter den alten Eichen.
Er legte frische Blumen nieder.
„Danke“, sagte er leise. „Für die Rettung. Wieder einmal.“
Der Wind raschelte durch die Blätter. Fast wie eine Antwort.
„Ich werde weitermachen“, versprach Erik. „Die Nachtwache wird wachsen, stärker werden. Und eines Tages…“ Er berührte den Seelenschlüssel. „Eines Tages werden wir Katalin stoppen. Endgültig.“
Er wandte sich zum Gehen.
Marcus wartete am Rand des Hains, neben einem Auto.
„Bereit?“ fragte er.
„Bereit.“ Erik stieg ein.
Sie fuhren zurück zur Zentrale, zur Stadt, zur Arbeit.
Es gab noch viel zu tun.
Monster zu jagen. Menschen zu beschützen. Dunkelheit zu bekämpfen.
Aber Erik war nicht mehr allein.
Er hatte ein Team. Eine Familie. Und einen Zweck.
Der Krieg gegen die Dunkelheit war nicht vorbei.
Aber die Nachtwache war bereit.
München war sicher.
Vorerst.
Weit unter der Stadt, in einem neuen Versteck, saß Katalin.
Ihr Gesicht war ruhig, aber ihre Augen brannten mit unbändiger Wut.
„Er wird zahlen“, flüsterte sie. „Alle werden zahlen.“
„Wann, Mutter?“ fragte Dimitri.
„Bald. Aber nicht überstürzt. Ich habe tausend Jahre gelebt. Ich kann warten.“ Sie lächelte, kalt. „Und wenn ich zuschlage, wird Erik Schönwaldt nicht bereit sein.“
„Und wenn er es ist?“
„Dann wird es umso süßer sein, ihn zu brechen.“
Sie lehnte sich zurück in ihren Schatten.
Und wartete.
ENDE VON BAND 2
Erik Schönwaldt kehrt zurück in:
Band 3: DIE SOMMERSONNENWENDE
Die finale Schlacht um München
THE END